Home    Inhalt Beschreibung   Hauptluftleitung    indirekte Bremse    direkte Bremse

Bremsausrüstung

Die Bremsausrüstung und -steuerung entspricht im Wesentlichen der BR 145 und der BR 152. Sie wurde von den Firmen Knorr Bremse AG und ADtranz entwickelt. Sämtliche Teile zur Druckluftbeschaffung und -speicherung sind im Druckluftcontainer untergebracht und sehr gut zugänglich. Der größte Teil der druckluftsteuernden Geräte ist auf der Bremsgerätetafel untergebracht, welche in Herstellerangaben als pneumatisches Steuergerät (PSG) bezeichnet wird.


Bild: Bremsgerätetafel der BR 145 (Absperrhahn "Federspeicherbremse" entfernt entsprechend BR 146)
Foto: ABS (SAT)

Die Tfz sind ausgerüstet mit folgenden Bremseinrichtungen:

Die Bremsanlage (HSM (H= Kennbuchstabe der Fa. Knorr S= stellungsabhängige Bremsbedienung, M= mikroprozessorgesteuert)-MEP) wird gesteuert und überwacht von den beiden Bremsrechnern. Diese sind aus Sicherheitsgründen redundant vorhanden und an den ESRA- Bus (Brems-) angeschlossen. Da der passive Bremsrechner stets im Hintergrund mitarbeitet, kann er im Falle eines Ausfalls des aktiven Bremsrechners dessen Aufgaben ohne Verzögerungen übernehmen (warme Redundanz). Dennoch obliegt dem Bremsrechner 1 eine zusätzliche Aufgabe, nämlich die Realisierung des Gleitschutzes MGS2.

Zum besseren Verständnis hier das Bremsschema der BR 146 (zum Vergrößern anklicken):


Foto: ABS (SAT)

Die indirekt wirkende Druckluftbremse des gesamten Zuges wird durch den Druck in der Hauptluftleitung HLL angesteuert, an welche alle Fahrzeuge des Zuges angeschlossen sind (deshalb durchgehend).. Durch Absenken (Anlegen der Bremsen) bzw. Erhöhen (Lösen) des Druckes in der HLL werden die Steuerventile der Fahrzeuge angesteuert und füllen die Bremszylinder (da keine Einleitung direkt in die Bremszylinder erfolgt, indirekt wirkend). Das Absenken des Druckes kann auch durch eine Fahrgastnotbremsung, Sifazwangsbremsung etc. erfolgen und die Bremsen des Zuges sprechen somit auch an, ohne dass der Tf die Bremsung einleiten muß. Deshalb wird die Bremse als selbsttätig bezeichnet. Im Normalfall regelt der Tf den Druck in der HLL durch das Führerbremsventil. Als Führerbremsventil kommt ein FS 42(60) auf den Führerständen zum Einsatz. Im Gegensatz zu herkömmlichen Triebfahrzeuge haben diese Führerbremsventile nur noch einen Luftanschluß an die HLL zur Realisierung der Schnellbremsstellung. Diese dient der schnellen Entlüftung der HLL und somit zum schnellen Ansprechen aller Bremsen im Zug bei Notsituationen. Alle sonstigen Brems- und Lösestellungen  werden mittels elektronischer Signale an die Bremsrechner ausgegeben. Diese setzen die Signale mittels des Modules "HL-Steuerung" um und regeln somit den Druck in der HLL. Das Aufsperren des Führerbremsventiles erfolgt durch Verlegung des Richtungsschalters nach "V" oder "R" aktiviert. Der gute alte Bremsschlüssel entfällt also bei diesen Triebfahrzeugen.
Durch einen zusätzlichen Bremssteller am Fbv werden die Sollwerte für die elektro- dynamische Bremse an die Fahrzeugsteuerung ausgegeben. Die E- Bremse wirkt nur am Triebfahrzeug. Ist die E- Bremse funktionstüchtig, so wird die Druckluftbremse beim Bremsen abgesperrt, ist allerdings vorgesteuert. Fällt nun die E- Bremse während eines Bremsvorganges aus, kommt sofort die Druckluftbremse zum Einsatz (nur im gestörten Drehgestell; im intakten wirkt weiterhin die E- Bremse).

Eine weitere Möglichkeit der Absenkung des HLL- Druckes kann erfolgen durch die automatische Fahr- und Bremssteuerung, welche von der Fahrzeugsteuerung ausgeführt wird. Diese gibt dann die Befehle an die Bremsrechner aus und diese realisieren ggf. eine Druckabsenkung in der HLL.

Die genaue Funktion der HL- Steuerung und aller Bremsanlage entnehmen Sie bitte den entsprechenden Beschreibungen.

Home    Inhalt Beschreibung   Hauptluftleitung    indirekte Bremse    direkte Bremse
letzte Bearbeitung dieser Seite: 08.01.2003