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Steuerung direkte Bremse (Zusatzbremse)

Die direkte Bremse auf Triebfahrzeugen dient nur zur Abbremsung der Lok, speziell beim Rangieren. Sie ist nicht durchgehend (wirkt nur auf das Tfz), nicht selbsttätig (wirkt nur nach Betätigung des Zusatzbremsventiles) und direkt wirkend (obwohl das in dem Fall eigentlich nicht zutrifft, da die Druckluft erst über den Druckübersetzer zum Bremszylinder gelangt). Es wird also wie bei der indirekten Bremse nur eine Vorsteuerluft zu den Druckübersetzern gebracht, die diese wiederum steuert.


Darstellung: Fa. Knorr Bremse AG, geändert: Gildo Scherf

.2 Absperrhahn direkte Bremse
.3 Druckminderventil
.4 Magnetventil "Lösen"
.5 Magnetventil "Anlegen"
.7 Druckwächter direkte Bremse
.12 Magnetventil "direkte Bremse automatisch Absperren"
.13 Druckwächter "Aufsperren direkte Bremse"

Mit Einschaltung des Batterieschalters wird sofort das Magnetventil .12 "Aufsperren" an Spannung gebracht. Die Funktion des Magnetventils wird durch den Druckwächter .13 überwacht. Sollte an ihm keine Druckluft anstehen, wird eine Diagnosemeldung ausgegeben.

Die HBL- Luft steht nun am Magnetventil .4 "Anlegen" an. Das Magnetventil ist in Stellung "Lösen" und "Mitte" des Zusatzbremsstellers an Spannung, d.h. es sperrt die Druckluft ab.

Das Magnetventil .5 "Lösen" ist in Stellung "Lösen" des Zusatzbremsstellers an Spannung und öffnet somit den Weg der Vorsteuerluft ins Freie, die Bremse löst aus. In Stellung "Mitte" und "Anlegen" des Zusatzbremsstellers ist es spannungslos, es sperrt die Anliegende Vorsteuerluft also ein.

Bewegt der Tf den Zusatzbremssteller nach "Anlegen" wird also das Magnetventil "Anlegen" spannungslos, öffnet also die Verbindung der HBL- Luft zur Vorsteuerluft. Da gleichzeitig das Magnetventil "Lösen" spannungslos ist, kann die Druckluft direkt zum Druckübersetzer strömen. Die Stellung "Anlegen" ist auch auf dem unbesetzten Führerstand (Richtungsschalter in "0") möglich. Der maximale Bremszylinderdruck ist durch das Druckminderventil auf 3,8 bar begrenzt. Gleichzeitig liegt sie am Druckwächter .7 "direkte Bremse" an. Dazu später.

Geht der Tf nun in die Mittelstellung , kommt das Magnetventil "Anlegen" an Spannung und sperrt die Nachspeisung der Vorsteuerluft ab. Da gleichzeitig das Magnetventil "Lösen" spannungslos ist, kann die Luft nicht entweichen, d.h. sie ist eingesperrt. Nachgespeist wird sie allerdings auch nicht.

Führt der Tf den Zusatzbremssteller nach "Lösen", bleibt das Magnetventil "Anlegen" an Spannung, es sperrt die Nachspeisung der Vorsteuerluft also ab und das Magnetventil "Lösen" kommt an Spannung.
Dieses öffnet nun und somit kann die Vorsteuerluft ins Freie entweichen. Die direkte Bremse löst also aus. Die Stellung "Lösen" ist nur auf dem besetzten Führerstand (Richtungsschalter in "M" oder "V"/"R") wirksam.
Sollte beim ZWS/ZDS- Betrieb das Tfz geführt werden, so wird eine evtl. noch angelegte Zusatzbremse vom führende Fahrzeug aus gelöst, indem man mit dem Fahrschalter auf Fahrt geht. Der Zusatzbremssteller auf der Lok muß dazu in "Lösen" oder in der "Mittelstellung" sein. In Stellung "Anlegen" kann die Zusatzbremse auch vom führenden Fahrzeug aus nicht gelöst werden.

Das Lösen und Anlegen der Bremse kann durch den Tf immer unterbrochen werden, indem er mit dem Zusatzbremssteller in die Mittelstellung geht.

Die direkte Bremse kann durch Schließen des Absperrhahnes .2 "direkte Bremse" abgesperrt werden. Dieser Absperrhahn entlüftet auch ggf. noch vorhandenen Vorsteuerluft.

Die Aufgabe des Druckwächters .7 "direkte Bremse" ist, eine fehlerhaft oder auch bewusst angelegt Zusatzbremse dem Bremsrechner und somit der Fahrzeugsteuerung zu melden. Bei der BR 146 wirkt der Gleitschutz nicht auf die Zusatzbremse. Wird diese nun angelegt, könnte es zu Flachstellen führen, welche gerade bei Vollrädern schlecht zu beheben sind.
Eine nicht gelöste Zusatzbremse, trotz Zusatzbremssteller in "Lösen" oder bei ZWS/ZMS- Fahrt angelegte Zusatzbremse geführtes Fahrzeug, bei v > 0km/h eine Zwangsbremsung zur Folge. Das Gleiche passiert, wenn der Tf bei v > 60 km/h die Zusatzbremse für mehr als 4s anlegt, oder bei v < 60 km/h mehr als 700 m mit angelegter Zusatzbremse fährt. Somit werden Überlastungen der Bremsanlage ausgeschlossen bzw. Flachstellen vermieden.

Wird der Batterieschalter ausgelegt, werden das Magnetventil "Anlegen" und das Magnetventil "Lösen" spannungslos. Somit wird der Weg für die HBL- Luft frei, zu Vorsteuerluft zu werden. Somit ist die direkte Bremse nach Batterieschalter "Aus" angelegt. Der Bremsrechner 1 bleibt jedoch an Spannung für ca. 15 min (146 003 bis 007 20s). Siehe Schleppen

Außer 146 003 bis 006:
Nach Ausschaltung des Batteriehauptschalters begibt sich der Bremsrechner 1 in den Stand by- Modus. Dabei senkt er den Druck in der HLL auf ca. 1,2 bar ab und macht das Magnetventil "Aufsperren" spannungslos. Das sperrt somit die Zuleitung der HBL- Luft ab und entläßt die anliegende Vorsteuerluft ins Freie. Somit löst die indirekte Bremse aus. Die Zusatzbremse ist damit zwar abgesperrt, es wirkt jedoch die indirekte Bremse durch die Druckabsenkung in der HLL. Der Tf braucht also zum Schleppen den Absperrhahn "direkte Bremse" nicht zu schließen.

Bei den Tfz 146 003 bis 006 wird die Druckabsenkung der HLL und die Absperrung der direkten Bremseerst 5 min nach Batterieschalter Aus durchgeführt. Diese Schaltung wird sicherlich noch an die anderen Tfz angepasst.

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letzte Bearbeitung dieser Seite: 08.01.2003