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Drucklufterzeugung, -trocknung und Steuerung Luftpresser

Zur Druckluftbeschaffung kommt bei der BR 146 ein einstufiger, luftgekühlter, ölgeschmierter Schraubenluftpresser BA SL20-5-50 der Firma Knorr zu Einsatz.


Foto: Gildo Scherf

Der Vorteil gegenüber herkömmlichen Kolben- Luftpressern ist sein geräuscharmer und schwingungsfreier Lauf. Das Aggregat ist zusammen mit dem 800l- Hauptluftbehälter im Druckluftcontainer im Maschinenraum untergebracht.

Zur Kühlung des Aggregates ist ein Kühler eingebaut, welcher die anfallende Wärme nach oben aus dem Maschinenraum ausbläst. Durch die Art der Kühlung kann auf eine herkömmliche Kühlschlange verzichtet werden.

Die Öltemperatur wird von der Bremssteuerung überwacht und führt bei einem Wert von >110 °C zur Abschaltung des Luftpressers mit Ausgabe einer Diagnosemeldung.

Die technischen Daten des Luftpressers:

Dem Luftpresser nachgeschaltet ist eine Lufttrocknungsanlage vom Typ LTZ 2.2-H. Diese hat die Aufgabe die vom Luftpresser kommende Feuchtigkeit und das vom Luftpresser mitgerissene Öl der Luft zu entziehen.


Darstellung: AM Grundlagen E- Tfz

Diese schematische Darstellung der BR 120, bei der BR 146 ist die Funktion ähnlich, möchte ich etwas genauer erklären:

Die vom Luftpresser geförderte Luft gelangt zu einem Drei- Wegeventil, welches vom Umschaltventil gesteuert wird.
Im unteren Teil der Luftrocknungsbehälter ist ein Ölabscheider integriert, welcher der geförderten Luft die geringe Menge mitgerissenen Öles entzieht.
Anschließend durchströmt die Luft die im Behälter befindlichen Trockenperlen, welche der Luft die Feuchtigkeit weitgehend entzieht.
Danach wird ein Teil der getrockneten Luft über das entsprechende Magnetventil dem Umschaltventil zugeführt, was für den nächsten Lauf des Luftpressers wieder das Drei- Wegeventil umschaltet und so der andere Trocknungsbehälter genutzt wird. Weiterhin gelangt die Luft zum Entwässerungsventil, welches öffnet und das aufgenommene Wasser in den Kondensatsammelbehälter fließen läßt.

Die Lufttrocknung ist so ausgelegt, daß der Feuchtigkeitsgehalt der getrockneten Luft 35 % nicht überschreitet um Korrosion der nachgeschalteten Bauteile der Bremsanlage zu verhindern.

Steuerung des Luftpressers

Die Steuerung des Luftpressers erfolgt durch die Bremssteuerung. Diese überwacht mittels eines e/p- Wandlers den Druck in der Hauptluftbehälterleitung. Die vom e/p- Wandler abgegebenen Signale werden in der Bremssteuerung ausgewertet und führen bei einem Druck von <8,5 bar zu einer Anforderung des Luftpressers.  Diese Anforderung wird an das ISG ausgegeben. Diese wiederum sperrt den Frequenzsollwert des HBU 2 solange bis Zuschaltbereitschaft erreicht ist. Dann gibt die HBU- Steuerung die Rückmeldung an das ISG ab. Dieses leitet diese Meldung an die Bremssteuerung weiter, welche daraufhin die Zuschaltung des Luftpresserschützes vornimmt.
Durch Hilfskontakte am Luftpresserschütz erfolgt die Einschaltrückmeldung an die Bremssteuerung. und von dieser an das ISG und somit die HBU- Steuerung weitergegeben. Diese wiederum nimmt nun eine Anhebung der Frequenz des HBU 2 auf 60 Hz  vor.
Ist ein HBL- Druck von 10 bar erreicht, erfolgt von der Bremssteuerung über das ISG und die HBU- Steuerung die Absenkung der Frequenz des HBU 2 auf 30 Hz. Ist die Abschaltfrequenz erreicht, erfolgt die Rückmeldung an die Bremssteuerung, welche nun die Freigabe für das Luftpresserschütz zurücknimmt. Ist die Rückmeldung über das Abschalten des Luftpresserschützes erfolgt, gibt die Bremssteuerung über das ISG die HBU- Steuerung wieder frei.

Der Druckanstieg in der Hauptluftbehälterleitung wird ebenfalls überwacht. Aus folgendem Grund:

Wird das Tfz abgestellt wird die im Hauptluftbehälter noch vorhandene Druckluft über ein Kolbenventil "Aufsperren HBL" durch Wegnahme seiner Steuerluft eingesperrt. Die Absperrung der Steuerluft erfolgt durch ein Magnetventil, welches von der Bremssteuerung gesteuert wird.
Beim Aufrüsten der Lok wird dieses Magnetventil an Spannung gebracht und die nun zum Kolbenventil strömende Luft öffnet dieses. Somit wird die Verbindung Hauptluftbehälter- HBL freigegeben.
Der e/p- Wandler zum Ein- und Ausschalten des Luftpressers sitzt hinter dem Kolbenventil und überwacht auch dessen Funktion, indem er den Luftanstieg in der HBL bei laufendem Luftpresser erfasst und diesen an die Bremssteuerung meldet. Sollte der Druck nicht ansteigen, so wird eine Diagnosemeldung ausgegeben und der Tf kann nun einen Umgehungshahn "HB manuell Aufsperren" öffnen um das defekte Kolbenventil zu umgehen. Weiterhin wird durch den e/p- Wandler ein Druck von <6bar in der HBL ausgewertet, was durch eine Meldung der Bremssteuerung an das ISG zu einer Traktionssperre führt bis der Druck in der HBL 6,2 bar überschreitet.

Zur besseren Erklärung ist hier das Druckluftschema in stark vereinfachter Form eingefügt (zum Vergrößern bitte anklicken):


Darstellung: ABS (SAT)

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letzte Bearbeitung dieser Seite: 08.01.2003