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Display BR 145/146

Zur Diagnose und Zugdateneingabe bzw. der Anzeige der Betriebszustände der Lokomotiven ist auf den Führerständen jeweils ein Display vorhanden. Dieses wird in anderen Unterlagen auch Terminal bzw. MMI (Mensch- Maschine- Interface) genannt.

Die Displays sind an die Leittechnik über den Fahrzeugbus angeschlossen. Da ebenso die LZB 80/16 an den Fahrzeugbus angekoppelt ist, entfällt der noch auf der BR 101 (außer 101 140- 144 mit ETCS- Ausrüstung) vorhandene separate Zugdateneinsteller. Die Zugdateneingabe erfolgt über das Display.

Nach der Batterieschaltereinschaltung erfolgt die Initialisierung der Fahrzeugsteuerung und auch der Displays. In dieser Zeit sollte ein Betätigen der Displaytasten vermieden werden, da es sonst sehr schnell zu einem "Absturz" des Displays kommen kann. Ein Neustart des Displays kann auf verschiedene Arten herbeigeführt werden:

Die Displays können nur in einem bestimmten Temperaturbereich zuverlässig arbeiten, weshalb sie sowohl mit einer Heizung als auch einer Kühlung versehen sind. Beim Vorbereitungsdienst im Winter kann es deshalb möglich sein, daß die Displays erst beheizt werden müssen ehe sie eine sichtbare Darstellung (Hintergrundbeleuchtung) zulassen. Mit folgenden Vorheizzeiten muss gerechnet werden:

Ähnliche Zeiten gelten übrigens auch für das Display des elektronischen Buchfahrplanes EBuLa.

Trotz fehlender Displayanzeige kann das Tfz aufgerüstet werden. Anschließend soll man die Führerraumheizung in Betrieb nehmen um den Vorheizvorgang zu unterstützen.

Im Sommer sollen die Klimageräte auf beiden Führerständen in Stellung "Automatik" betrieben werden um ein Überhitzen der Displays zu vermeiden. Bei einer Temperatur von ca. 50°C erfolgt eine Störungsmeldung.. Wird nun nicht für entsprechende Kühlung gesorgt schaltet sich die Displayanzeige ab. Im Wendezugbetrieb kann es durch nicht eingeschaltete Klimageräte auf den Führerständen dann dazu kommen, daß man im Sommer in der Mittagshitze auf dem Steuerwagen von Ludwigshafen, wo man abgelöst hat, nach Koblenz (Fahrzeit ca. 3 h) fährt und dann beim Wechsel auf das Tfz feststellt, daß die Klimaanlage des Führerstandes nicht eingeschaltet war und sogar aufgrund der frischen Morgentemperaturen noch die Fußboden- und Fußnischenheizung eingeschaltet ist. Man wird dann auf der Lok mit der Sprachausgabe "Störung" begrüßt, mal abgesehen davon, daß auf dem Führerstand sehr mollige Temperaturen herrschen.

Aufbau des Displays


Darstellung: Fa. Bombardier

Zur Bedienung des Displays sind sogenannte Hard- und Softkeys vorhanden. Die Hardkeys haben eine annähernd gleiche Bedeutung in allen Menüs, wogegen die Zifferntasten als Softkeys ausgelegt sind, als durch die über ihnen liegenden Feldern im Bildschim je nach Menü eine andere Bedeutung haben können.

Zur Bedeutung der Leuchtdioden habe ich keine gesicherten Erkenntnisse, außer das sie bestimmte Betriebszustände (z.B. Vorheizbetrieb) darstellen.

Die nachfolgende Tabelle beschreibt die Funktion der Hardkeys.



Tabelle: Fa. Bombardier

Grundbild


Darstellung: Fa. Bombardier

Im Grundbild ist hier dargestellt, daß auf dieser Maske noch zusätzliche Angaben erfolgen, nämlich mit den Feldern Wartung, dem Störungsmelder und den beiden Statusmeldern.

Über den Hardkey "i" gelangt man vom Grundbild aus zu den Infotexten, die über Neuerungen am Fahrzeug Auskunft geben sollen.

Wartungsmelder

Das Feld Wartung weist nicht auf eine notwendige Wartung des Triebfahrzeuges hin.

Das Tfz kann in den sogenannten Wartungsmodus geschalten werden, was sowohl für die Werkstatt als auch für Ausbildungszwecke erforderlich ist.

Eingeschalten wird der Modus durch Betätigung der Taste "UD" und anschließend "St". Anschließend bleibt das Bild "Wartung" im Display bestehen.

In diesem Modus werden die Störungen in der Historie als Wartungsstörungen erkannt. Somit kann das Werkstattpersonal gleich sehen, wenn Störungen zu Ausbildungszwecken eingebaut wurden und somit nicht reell sind.

Betätigt man nun erneut die Taste "UD" so wird das Feld "Wartung" durchgekreuzt und bei Betätigung von "St" erlischt es. Das Tfz befindet sich nun wieder im normalen Betriebszustand.

Auch bei eingeschaltetem Wartungsmelder ist das Tfz betriebsfähig!

Störungsmelder

Der Störungsmelder weist auf anliegende Störungen hin. Zusätzlich erfolgt die Sprachausgabe "Störung" oder auch "Bremsausfall" bei sicherheitsrelevanten Störungen der Bremssteuerung. Bei anliegenden, aber bereits vom Tf quittierten (durch Aufrufen des Abhilfetextes) Störungen zeigt er Standlicht mit der Aufschrift "St".

St

Bei aktuellen nicht quittierten Störungen erfolgt eine chronologische Darstellung,d.h. die aktuellste Störung wird dargestellt, mit blinkendem Störungsmelder. Dabei erfolgt die Anzeige "ST in" und Bereich wo Störung vorliegt (hier Zugsteuergerät ZSG) / dort aufgetretene Störung (hier LZB).

Nach Abfrage des Abhilfetextes geht der Störungsmelder entweder auf Standlicht oder er blinkt weiter in dem er die nächste Störung anzeigt, welche ggf. noch nicht abgerufen wurde.

Beim Auftreten einer Störung sollte der Tf die Störungsübersicht über die Taste "St" aufrufen.

Das Abfragen der Abhilfetexte kann auch erfolgen über Betätigung der Taste "v>0" oder "v=0". Allerdings wird dann immer nur die aktuellste Störung abgefragt, die nicht unbedingt der Auslöser einer Fahrzeugstörung sein muss.

Statusmelder 1 und 2

Die beiden Statusmelder stellen bestimmte Zustände am Triebfahrzeug entsprechend ihrer Wichtigkeit dar. Eine Garantie für die Richtigkeit der hier angegebenen Hierarchie kann ich leider nicht geben, da sich diese im Rahmen von Softwareupdates jederzeit ändern kann. Zweifelhafte Angaben wurden weggelassen.

Hierarchie Statusmelder 1 (Wichtigkeit von oben nach unten):

Meldung Betriebszustand
Rauch im Maschinenraum Rauchmelder haben angesprochen
Bremsausfall Bremssteuerung ist teilweise oder ganz ausgefallen, Schnellbremsung weiterhin möglich; zus. Sprachausgabe
Not-Aus Taster "Stromabnehmer" befindet sich in Stellung "Nieder+Sanden"
Master/Slave- Wechsel Meldung während des Umschaltvorganges der beiden Zugsteuergeräte
GSM- Zugang Servicezugang wird mittels Fernabfrage über die GSM- Box genutzt
SA abgesperrt Schlüsselventil für Stromabnehmer ist abgesperrt
SA heben während des laufenden Stromrichtertests wurde Vorgabe zum Heben des Stromabnehmers erteilt
Druckluft HS zu gering wegen zu geringem Luftvorrat ist Einschaltsperre des Hauptschalters aktiv
kein Führerstand besetzt beide Richtungsschalter befinden sich in Stellung "0"
Fahrschalter nicht in Null Anzeige wenn STR gehoben, aber HS ausgeschaltet und Fahrschalter ausserhalb von 0; Einschaltsperre HS
HS- Sperre Anzeige bei gesperrtem Hauptschalter infolge einer Störung oder Ansprechen des Lokschutzes
HS einschalten ährend des laufenden Stromrichtertests wurde Vorgabe zum Einschalten des HS erteilt
Kippschalter Luftpresser Kippschalter ist ausgeschaltet
Stromrichtertest läuft Anzeige nur bei laufendem Stromrichtertest
Fbv abgesperrt Fbv des besetzten Führerstandes nicht aufgesperrt (Richtungsschalter in V oder R?)
Sifa abgesperrt Anzeige bei abgesperrter Sifa, wenn diese nicht überbrückt ist
FspBr abgesperrt Anzeige bei abgesperrter Federspeicherbremse
Bremse geführtes Fahrzeug Anzeige zur Bremsprobe im Wendezug oder Doppeltraktionsbetrieb. Bremse des/der geführten Fahrzeuge angelegt
Direkte Bremse abgesperrt Anzeige bei abgesperrter direkter Bremse
Zwangsbremsung Anzeige bei Zwangsbremsung durch Zwangsbremsventil
Ausfall Bremsrechner 1 Anzeige bei ausgefallenem Bremsrechner 1
Ausfall Bremsrechner 2 Anzeige bei ausgefallenem Bremsrechner 2
HBU- Umgruppierung läuft Anzeige während der Umgruppierung
Traktionssperre bei SA- Wechsel Traktionssperre während des SA- Wechsels
AFB- Zugdaten eingeben AFB eingeschalten aber noch keine Zugdaten eingegeben
AFB- Fahrschalterquittung Aufforderung zum Schalten des Zugkraftstellers nach 0, wenn sich dieser nicht in 0 befand und die AFB eingeschaltet wurde oder während des AFB- Betriebes manuell eingebremst wurde
Traktionssperre Traktionssperre liegt bei eingeschaltetem HS aus unterschiedlichen Gründen vor

Hierarchie Statusmelder 2 (Wichtigkeit von oben nach unten):

Meldung Betriebszustand
NBÜ/ep Anzeige bei eingeschalteter NBÜ/ep- Bremse und einer Geschwindigkeit <20 km/h
DG 1/2 aus Druckluftbremse beider Drehgestelle abgesperrt; gleichzeitige Meldung Traktionssperre auf Statusmelder 1
DG 1 aus Druckluftbremse Drehgestell 1 abgesperrt
DG 2 aus Druckluftbremse Drehgestell 2 abgesperrt
ASG 1/2 aus beide Drehgestelle elektrisch ausgruppiert
ASG 1 aus Drehgestell 1 elektrisch ausgruppiert
ASG 2 aus Drehgestell 2 elektrisch ausgruppiert

Belegung der Softkeys (Weiterführung im Menü):

Antriebe elektrische Ein- Ausgruppierung von DG
W Werkstattdiagnose
Zug/Besy Zugdateneinsteller
Z / Br Zug- und Bremskräfte

Grundbild bei Mehrfachtraktion:


Darstellung: Fa. Bombardier

Beim Grundbild Doppeltraktion werden die Oberspannungen aller im Zugverband gesteuerten Tfz und der Gesamtoberstrom des Zugverbandes angezeigt. Dabei hat der Tf den Gesamtoberstrom auf 600 A selbst zu regeln und zu überwachen, genau wie die Zughakengrenzlast von max. 400kN (40t). Deshalb halte ich die Maske Z/Br im Mehrfachtraktionsbetrieb für geeigneter als das Grundbild.

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letzte Bearbeitung dieser Seite: 08.01.2003