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Fahrgastinformationssystem FIS

Die Triebfahrzeuge der BR 145 (145 018, 019 und 031 bis 050) und der BR 146 sind mit einem Fahrgastinformationssystem ausgerüstet. Dieses beinhaltet eine Zugzielanzeige, ein Schwanenhalsmikrofon und die Fahrgastnotruffunktion. Das Fahrgastinformationssystem kann mit einem Störschalter "FIS" im Hilfsbetriebegerüst 1 ausgeschaltet werden.

Notruffunktion

Die Notruffunktion kann nur in Verbindung mit entsprechend ausgerüsteten Wagen aktiviert werden. Diese Wagen müssen unbedingt mit dem System FT 95 ausgerüstet sein. Betätigt der Fahrgast an einer Notsprechstelle im Zug die Notruftaste, so wird eine Verbindung zum Zughandy aufgebaut. Beim Fahrgast wird nun "Bitte Warten" angezeigt. Auf dem Tfz ist nun bereits im Display der Zugzielanzeige der Notruf angezeigt, mit Angabe des Wagens und der entsprechenden Notsprechstelle. Bei einem Doppelstockwagen neuerer  Bauart gibt es jeweils in den Ausstiegsräume eine Sprechstelle, beim Steuerwagen gibt es eine zusätzliche im WC, welches behindertengerecht ist.
Reagiert der Zugführer nach einer festgelegten Zeit nicht auf den eingehenden Notruf , so fängt der Taster "Notruf" auf dem Führerstand an zu blinken. Der Tf betätigt nun den Taster und ist jetzt mit der Sprechstelle im Zug über das Schwanenhalsmikrofon verbunden. An dieser wird nun "Bitte Sprechen" angezeigt. Der Tf kann sich jetzt mit dem Fahrgast per Wechselsprechen, es kann also nur einer von beiden sprechen, verständigen. Zur Beendigung des Gespräches betätigt der Tf erneut den Taster "Notruf". Somit ist die Sprechstelle wieder zurückgestellt und das Schwanenhalsmikrofon kann nun wieder für Durchsagen im Zug und zur Information des Zugbegleiters über den eingegangenen Notruf verwendet werden.
Leider werden die Notruftasten im Zuge häufig aus Jux und Dallerei betätigt, was zu einem Fehlalarm führt. Durch diese unsinnigen Betätigungen der Notruftasten könnte es natürlich dazu kommen, daß das Zugpersonal den Notrufen nicht mehr die notwendige Aufmerksamkeit schenkt, was im Ernstfall verheerend sein könnte.

Lautsprecherdurchsagen

Die Lautsprecheransagen im Zug können durch den Tf manuell über das Schwanenhalsmikrofon oder über das Zugfunkgerät durchgeführt werden.

Als weitere Möglichkeit bestehen die digitalen Lautsprecherausgaben. Da die Triebfahrzeuge jedoch nicht mit einem Sprachspeicher ausgerüstet sind, ist für diese Funktion ein entsprechender Steuerwagen erforderlich. Dort kommen die Systeme FZG 400 der Firma Brose


Darstellung: unbekannt

und FT 95 der Firma GSP


Darstellung: unbekannt

zum Einsatz. Die Triebfahrzeuge sind mit einem Gerät FT 95 ausgerüstet.

Die Durchsagen sind entsprechend der Programmierung für die entsprechenden Einsatzgebiete auf dem Sprachspeicher gespeichert. Gewählt werden sie dann über die Eingabe der Codenummer des Zugzieles und der entsprechenden Nummer für die Durchsage.
Die Durchsagen können auf dem Führerstand über einen separat eingebauten Lautsprecher mitverfolgt werden.

Beim FZG 400 erfolgt die Fortschaltung der Durchsagen manuell mittels des Tasters "FIS" auf der Lok bzw. "Ansage fortschalten" auf dem Steuerwagen.

Beim System FT 95 erfolgt die Fortschaltung im Normalfall per GPS, also über Satellit. Bei Ausfall der Satellitenverbindung ist eine manuelle Fortschaltung mittels des Tasters "Ansage fortschalten" möglich. Beim FT 95 wird ebenfalls das Zugziel mit entsprechender Codenummer für die Lautsprecherdurchsagen eingestellt. Die Geräte der Lok und des Steuerwagens arbeiten im Master- Slave- Modus, d.h. bei jedem Führerstandswechsel erfolgt eine sogenannte Zugbustaufe, welche vom Tf nur einmal zu bestätigen ist, und der besetzte Führerstand wird Master. Betätigt der Tf beim Wechseln vom besetzten auf den unbesetzten Führerstand die Taste "ok" auf dem noch besetzten Führerstand, so wird das eingestellte Zugziel beim aktivieren des unbesetzten Führerstandes beibehalten. Voraussetzung für die ordnungsgemäße Funktion der Geräte ist eine Softwaregleichheit von Lok und Steuerwagen.

Sind die Softwarestände von Lok und Steuerwagen unterschiedlich, funktioniert zwar die Durchsage bei Fahrt vom Steuerwagen, jedoch nicht bei der Fahrt mit Lok voraus, da dieses Gerät dann Master ist. Durch die unterschiedliche Software ist es dem Tfz nun nicht möglich den Sprachspeicher des Steuerwagens zu aktivieren. Die Ansagen fallen also aus, die optische Anzeige in den Fahrgastabteilen erfolgt jedoch weiterhin, wenn eine entsprechende Software auf den Triebfahrzeugen vorhanden ist. Ist auf dem Tfz gar keine zugbezogene Software vorhanden, kann die Anlage mit dem Störschalter "FIS" abgeschaltet werden. Die Eingabe des Zugzieles erfolgt nun am Einstellgerät des Steuerwagens. Die Durchsagen erfolgen weiterhin automatisch. Die Zugbustaufe führt der Tf bei jedem Führerstandswechsel durch Betätigung der Taste "ok" am Einstellgerät des Steuerwagens manuell aus. Als Nachteil dieses Verfahrens ist zu erwähnen, daß bei der Fahrt auf der Lok folgende Einrichtungen nicht mehr zur Verfügung stehen:

Der Tf kann erforderliche Durchsagen in den Zug nur noch mittels des Zugfunkgerätes tätigen. Das es also zu erheblichen Einschränkungen kommt sind die Heimatdienststellen der Tfz und der Steuerwagen sehr bemüht eine Softwaregleichheit zu erhalten.

Beim FZG 400 ist ebenfalls eine Softwaregleichheit bzw. -anpassung erforderlich, wenn das Zugziel vom Tfz aus verstellt werden soll. Allerdings ist es weniger einschneidend, wenn diese Gleichheit nicht vorhanden ist, da die Fortschaltung der Durchsagen mittels Taster "FIS" von dem Tfz aus funktioniert. Deshalb braucht man dort die Anlage bei Softwareungleichheit nicht abzuschalten.

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