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Leittechnik/Fahrzeugsteuerung

Die Fahrzeugsteuerung umfasst alle für den Fahr- und Bremsbetrieb des Triebfahrzeuges notwendigen Funktionen und wird durch die Leittechnik umgesetzt.

Ersichtlich ist sie in der folgenden Darstellung:


Darstellung: vorläufige AM BR 146

Die Kernelemente der Leittechnik sind die beiden integrierten Steuergeräte ISG, wobei der Betrieb ohne mindestens ein funktionsfähiges ISG nicht möglich ist. Der Begriff ISG bedeutet integriertes, weil Zentral- und Antriebssteuerung zusammenfassendes, Steuergerät.


Foto: Drehstromlokomotive BR 145 der GDL

Die ISG`s sind jeweils oberhalb der beiden Stromrichterschränke untergebracht und belüftet. Sie bestehen aus den Modulen:

Zum vollständigen Betrieb der Lok sind die ASG- Teile der beiden ISG`s und ein Zentralsteuergerät erforderlich. Der ZSG- Teil des zweiten ISG dient der Redundanz.

Als Elektronikbausteine der ISG`s kommt das MICAS- System zum Einsatz.

Die Aufgaben der ISG`s sind folgende:

Die ISG`s sind so ausgelegt, daß bis zu drei Triebfahrzeuge in Mehrfachtraktion mitgesteuert werden können.

Weiterhin werden vom ISG die Sollwerte an die Antriebssteuerung für Fahren und dynamische Bremse abgegeben. Von der Antriebssteuerung wiederum werden die analogen Istwerte der Stromrichter und Fahrmotoren in digitale Signale umgewandelt und den ISG`s übermittelt.

Verbunden sind die ISG`s mit den Subsystemen (HBU- Steuerung, Display`s auf den Führerständen, MITRAC- Stationen zur Umsetzung und Erfassung von Schalthandlungen im 110 V- Kreis, zeitmultiplexe Wendezug- und Doppeltraktionssteuerung ZWS/ZMS; Bremsrechner HSM 1 und 2) über einen sogenannten MVB- Bus (Multifunction Vehicle Bus). Es handelt sich dabei um Datenaustauschleitungen, welche bei ähnlich denen bei Computersystemen sind. Die Übertragungsrate beträgt dabei 1,5 Mbit/s.

Die beiden Bremsrechner , alle anzusteuernden Bauteile der Bremsgerätetafel und alle Bedienteile auf den Führerständen (Führerbrems- und Zusatzbremsventil, Bremssteller E- Bremse, Angleicher) sind über einen separaten bremsbus, den ESRA- Bus (ESRA = Elektronik System Railway Applikation) miteinander verbunden.

Alle Syteme sind so aufgebaut, daß nicht ein einziger Fehler zum Ausfall des Triebfahrzeuges führt. So sind die wichtigsten Bauteile doppelt vorhanden (Bremsrechner, ZSG-Anteil im ISG) bzw. werden auch passive Bauteile (z.B. der nicht aktive Bremsrechner) ständig überwacht, so das nicht erst bei der Anforderung des entsprechenden Bauteiles der Fehler bekannt wird.

Weiterhin werden die ZSG- Anteile in den ISG bei jeder Zuschaltung der Stromversorgung 110 V umgeschaltet, auch um eventuell auftretende Fehler in diesen Bauteilen rechtzeitig erkennen zu können. Eine Umschaltung der ZSG- Anteile kann im Störungsfalle auch durch den Tf manuell durch einen Taster an der Führerraumrückwand erfolgen.
Während des Betriebes überwachen sich das aktive und das passive ZSG gegenseitig, d.h. wenn das passive ZSG bereits gestört gemeldet ist, erfolgt auch keine Umschaltung auf dieses.

Beim Einschalten des 110 V- Bordnetzes führen beide ISG`s und Subsysteme einen Selbststest durch, in der Reihenfolge:

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letzte Bearbeitung dieser Seite: 08.01.2003