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Sonderseite BR 185

Da sich in der letzten Zeit die Anfragen zu den technischen Variationen, der aus dem Boden schiessenden BR 185, im Bereich der Leistungsauslegung häuften (eMail und Forum), habe ich mich entschlossen auf diese Fragen mit einer Sonderseite zu antworten. Ich hoffe, daß sie dann alle zufriedenstellend ausgeräumt sind.

Alle Tfz der BR 185, welche für die DB AG  geliefert wurden, sind mit einer Leistung von 4200 kW (4,2 MW) gefertigt worden. Dabei sollte es in der nächsten Zeit auch erst einmal bleiben.

Zu den Maschinen 185- CL 001 bis 006 habe ich noch keine gesicherten Informationen, ob die Tfz mit 4200 kW oder 5600 kW ausgeliefert wurden.

Anders sieht es bei den Tfz aus, welche an die SBB geliefert werden.


482 000 befindet sich zwar noch in der Fertigung, das schmucke Aussendesign kann man aber dennoch schon bewundern
Foto: Peter Hunkeler
Ein Hinweis zu diesem Foto: Ich veröffentliche es mit ausdrücklicher Genehmigung von SBB Cargo und bitte eindringlich um die Wahrung des Copyrights

Dazu eine Vorgeschichte. Das Triebfahrzeug 185 001 wurde versuchsweise für eine Leistung von 5600 kW (5,6 MW) ausgerüstet.

Dabei erfolgt die Leistungssteigerung aus den Reserven des Trafos und der Fahrmotoren.

Technische Änderungen sind hauptsächlich in der Steuerung Traktionsumrichter und im Zwischenkreis zu finden. Die eingestzten GTO- Thyristoren lassen diese Leistungsteigerung zu.

Da die Kühl- und Lüftungssysteme bereits bei der Konstruktion der Triebfahrzeuge großzügig ausgelegt wurden ist eine Leistungssteigerung auch von dieser Seite kein Problem, zumal die Überbeanspruchung bei elektrischen Triebfahrzeugen, d.h. das Fahren mit höchster Leistung über lange Zeit, als eher selten anzusehen sind und normalerweise auch erst ab Geschwindigkeiten von ca. 60 bis 70 km/h genutzt werden.

Durch technische Änderungen wäre auch eine Steigerung auf 6300 kW (6,3 MW) kein allzu großes Problem. Würden die Tfz also auch noch mit anderen Drehgestellen, z.B. von der BR 146, ausgerüstet werden, wäre der Einsatz der Tfz als Universallokomotive mit hoher Geschwindigkeit durchaus möglich und für verschiedene Bahnverwaltungen sicherlich auch interessant.

Das Triebfahrzeug 185 001 weilte im Jahr 2001 zu Testfahrten am Lötschberg, welche erfolgreich verliefen und in deren Folge SBB- Cargo eine Bestellung von 10 Maschinen mit einer Option auf weitere 40 Maschinen gleichen Typs erfolgte. Mit diesen Maschinen werden 10 Loks der BR 465 freigesetzt, die bereits 1996/97 an die BLS in einem Miet-/Kaufvertrag übertragen wurden und nun abgegeben werden.

Lesen Sie dazu auch die Pressemitteilung von SBB Cargo.

Die Triebfahrzeuge für SBB Cargo werden nun mit der erhöhten Leistung von 5600 kW (5,6 MW) ausgeliefert und werden in der Schweiz im Nord- Südverkehr eingesetzt. Inwiefern die Stromabnehmer den Umständen angepasst werden, die SBB hat meines Wissens andere Schleifleisten, ist mir leider nicht bekannt.

Ein Einsatz auf deutschen Gleisen dürfte nur eine Frage der Zeit sein, da es praktisch wäre die Züge bis zum Bestimmungsbahnhof zu bespannen, womit ein Lokwechsel, der Zeit und Geld kostet, entfallen könnte.

Zur besseren Information hier der Wortlaut der Meldung der Schweizer Eisenbahnrevue:

Text aus Schweizerische Eisenbahn - Revue 12/2001
Autor Ulrich Winkler SBB Cargo AG und Janis Vitis Bombardier Transportation AG:


Anforderungen

Für den Vorgesehenen Einsatz - das wird in den nächsten zehn Jahren vor allem das heranführen der Züge an den Alpenübergänge sein- muss die neue Cargolokomotive folgende Eckwerte haben:

Die Lokomotive muss uneingeschränkt auf mit 15kV / 16.7 Hz elektrifizierten  normalspurigen Netzen der Bahnen in der Schweiz und der Bundesrepublik Deutschland verkehren können. Zulassung bei den zuständigen Behörden ist Sache des Herstellers.
Im Einzugsgebiet von SBB Cargo sind folgende Lastfälle für die Auslegung der nötigen Leistung bestimmend:


Die Anforderungen wurden wie folgt definiert:

Bei der Berg- und Talfahrt (elektrische Bremse) müssen folgende Lasten mit einer Geschwindigkeit von 80 km/h in Beharrung gefahren werden können:


Die gleichen Lasten müssen mit 80 km/h in den entsprechenden Gefällen ( 12 oder 27 Promillen) mit der elektrischen Bremse dauern in Beharrung gehalten werden können.

Zusätzliche Ausrüstungen:


Die BR 185 als Europa - Lokomotive für die Schweiz:

Leistung:

Wie die BR 145 verfügt auch die BR 185 für die DB Cargo über eine Anfahrzugkraft von 300 kN und eine Leistung von 4,2 MW am Rad. Bei der Entwicklung der BR 145 wurden die Gewichtsreserven im Hinblick auf eine Leistungserhöhung für eine grosszügige Auslegung des Antriebsstranges, unter anderem Transformator, Stromrichter und Fahrmotor, genutzt. Dank dieser Auslegung haben die Baureihen 145 und 185 im Energieverbrauch einen hohen Wirkungsgrad, unter anderem auch im teillastbereich. Es sind diese Leistungsreserven und die Verwendung von neuen Halbleiter-Schaltelementen, sogenannten F-GTO, welche es erlauben, die Leistung der Re 482 auf 5.6 MW zu erhöhen. Diese Leistung ist für das führen von Güterzügen durch die Schweiz erforderlich.

Technische Daten der Re 482


Die Eckdaten der Lokomotiven Re 482 sind oben aufgeführt. Grundsätzlich kann die Re 482 auf beiden Netzen 15 kV 7 16.7 Hz und 25 kV / 50 Hz eingesetzt werden.

Stromabnehmer:

Die Re 482 wird mit vier Stromabnehmern ausgerüstet. Die vier inneren Stromabnehmer mit der breiten Wippe von 1950 mm sind für den Betrieb in Deutschland und die äusseren mit der schmalen Wippe von 1450 mm sind für die Schweiz vorgesehen.

Zusätzlich werden die Lokomotiven mit vier Videokameras ausgerüstet. diese werden auf der Aussenwand bei den Einstiegstüren zum Führerhaus installiert und dienen primär zur Beobachtung während der Fahrt.
(Persöndliche Anmerkung meinerseits: Rücksehspiegel beheizt wären die nicht billiger?)

Die Re 482 können mit Locontrol für den Schiebedienst am Gotthard (Funkfernsteuerung von Spitzenlok) und einem Zusatzpaket für die Vielfachsteuerung mit den Re 420 (Re 4/4''') und Re 620 ( Re 6/6) nachgerüstet werden.

Zusammenfassung:

Mit den Lokomotiven Re 482 000 - 482 009 wird das hochgesteckte Ziel, mit einer Lokomotive "ab Stange" die abgegebenen Re 465 ( blau BLS) gleichwertig zu ersetzen, erreicht. Die Versuchsfahrten vor Jahresfrist am Lötschberg haben die Erwartungen erfüllt. Nicht unerwähnt darf die kurze Frist, in der diese Beschaffung, dank umfassender Vorbereitung und dem überdurchschnittlichen Einsatz aller Beteiligten, abgewickelt wird.
Bei der Ablieferung der ersten Lokomotive im Februar 2002 werden 11 Monate seit der Veröffentlichung des Beschaffungsvorhabens vergangen sein. Die Ablieferung der zehn Lokomotiven erfolgt anfangs Juni 2002.

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letzte Bearbeitung dieser Seite: 17.03.2003